Unterwegs mit Hunden

Mit Hund auf der Fähre

23. November 2017

 

Mit dem Vierbeiner auf der Fähre (Ausland)

Kreta, Griechenland ist mein zweites zu Hause. In unserem Haus ankommen, bedeutet es für mich: Familie, Freunde; Sonne und Meer.

Und die Hunden müssen immer dabei sein. Im Flugzeug ist der Transport sehr teuer und für die Hunde mit Stress verbunden. Eine gute Alternative ist es mit der Fähre zu fahren. Von Italien (Ancona) nach Patras und weiter von Athen (Pireus) nach Heraklion (Kreta).

Voraussetzungen:

  • der Hund ist gechipt bzw. tätowiert
  • gültiger Heimtierausweis
  • letzte Tollwutimpfung ist mindestens 4 Wochen her sein
  • extra Impfungen empfiehlt der Tierarzt, je nach Urlaubsland

Das Gute bei Hunden ist ja, dass sie nicht ahnen, dass es bald wieder auf Reisen geht. Aufregung kennen sie in der Beziehung nicht. Aber wir wollen nun mal alles richtig machen, damit unsere Hunde sich auch ein bisschen erholen.

Vor dem Urlaub haben wir unsere Fellknäule noch einmal durchchecken lassen, vom Tierarzt, um sicher zu gehen, dass sie die Reise antreten können. Neue Impfungen waren nicht nötig. Wir sprachen aber das Thema Beruhigungsmittel an, da wir von anderen Hundebesitzern die Empfehlung bekommen haben, dass es für die Hunde leichter wäre, wenn sie etwas entspannter auf der Fähre wären. Ich weiß nicht, ob es einfach nur eine schlechte Beratung war oder ob es wirklich kein anderes Medikament gibt, aber den Vorschlag des Tierarztes musste ich ablehnen. Er empfahl die Einnahme eines Beruhigungsmittels ab drei Tagen vor Abreise, über den kompletten Urlaub weiter nehmen und dann zu Hause wieder ausschleichen. Das heißt, meine Hunde sollten den Urlaub in einer Art von Dämmerschlaf verbringen? Halte ich nichts davon. Wir entschlossen uns, es ohne irgendein Medikament zu versuchen und bei Bedarf spontan zu entscheiden. Wenn jemand bessere Erfahrungen gemacht hat, freue ich mich über jede Anregung.

Die Fahrt:

Die sicherste und einfachste Methode im Auto ist für mich die Hundebox. Im Internet findet man genug Ratschläge für die Größe der Box. Persönlich finde ich die Größenvorschläge recht großzügig. Natürlich sollte sich der Hund darin gut bewegen und liegen können, aber ich mute meinem Hund ja auch keine zehnstündige Fahrt am Stück zu und leider nennt nicht jeder einen SUV sein Eigen. Regelmäßige Pausen mit Beine vertreten tut ja nicht nur den Hunden gut. Kurz den Durst stillen und weiter geht es. Futter gibt es erst am Abend. Vielleicht macht die Autofahrt doch ein bisschen Übelkeit und wir wollten kein Risiko eingehen.

Auf der Fähre:

Wir können nur empfehlen, in der Hauptsaison einen Zwinger (Kennels) von Italien nach Griechenland zu reservieren. Die Anzahl ist begrenzt und es wird erstaunlich viel mit Hund gereist. Die Preise variieren, auf der Fähre innerhalb Griechenlands mussten wir nichts extra zahlen. Dort ist aber eine Reservierung nicht möglich. Sehr zum Leidwesen auf unserer Rückfahrt. Da mussten wir improvisieren. Zuerst schliefen wir an Deck, auf Stühlen gebettet. Bounty, der große Hund wurde mit der Leine an den Tisch gebunden. Nicki konnte in ihrer Tasche schlafen. Mitten in der Nacht bin ich aufgewacht und habe nach den Hunden geschaut. Bounty hatte die Zeit genutzt, um seine Leine durch zu beißen. Zum Glück war er nicht auf alleinige Erkundungstour gegangen. Die Leine wurde provisorisch verknotet und war jetzt gut einen Meter kürzer. Also haben wir uns nach einer besseren Möglichkeit umgesehen. Unser zweites Schlaflager war unter einer Treppe im Personalbereich. Die Hunde zwischen uns geklemmt. Gern gesehen wurde es nicht, aber geduldet.

Einfacher ist es auf der Verbindung zwischen Italien und Griechenland. Auf der Fähre, an der Rezeption bekommt man ein Schloß mit passendem Schlüssel für die Zwinger. Mit dem deutlichen Hinweis den ja eine Stunde vor der Ankunft wieder abzugeben, sonst wird es teuer.

Die Zwinger selbst sind sehr spartanisch, aber wenn man die eigene Hundedecke und Futternäpfe hinein stellt, fühlt sich der Hund gleich wohler. Was mir sehr gefällt: ich kann jederzeit zu meinem Hund, ihn aus dem Zwinger holen und auf dem oberen (nur dort!) Deck spazieren gehen. Es gibt Schaufeln für das größere Geschäft und Wasserschläuche für das kleine. Überraschenderweise war es dort nie dreckig. Alle Hundebesitzer haben vorbildlich die Hinterlassenschaften ihres Hundes beseitigt. Was eben am obersten Deck etwas nervt, ist der Lärm. Aber richtig ruhig ist es eben nur in den Kabinen.

Einladung zum Pipi machen

Eine ausgiebige Gassigehrunde ersetzt das begrenzte Deck natürlich nicht, aber unseren Hunden war es nie langweilig. Andere Hunde, neue Gerüche und ganz viel Wind um die Nase. Beide sind am Abend freiwillig in ihren Zwinger gegangen und freuten sich auf ihr Futter.

Beide Fährfahrten nach Kreta verliefen ansonsten ohne größere Probleme und auch auf der Rückreise gab es keine dramatischen Zwischenfälle. Abgesehen davon, dass unser großer Hund noch keine Kastration/Hormonchip hatte und jeder Hündin auf der Fähre hinterher geheult hat. Schon ein bisschen peinlich, wenn man noch gemütlich ein Glas Wein an Deck trinken will und der Hund herzergreifend jault, weil am Ende der Tischreihe eine bezaubernde Hundedame mit schmachtendem Blick sitzt. Zum Glück haben es die Anwesenden mit Humor genommen und es kam zu wirklich spannenden Gesprächen.

Zwei Dinge machten uns dennoch richtig Sorgen im Urlaub. Trotz Zeckenprophylaxe zogen unsere Hunde die Blutsauger an, wie Licht die Motten. Besonders auf den Spaziergängen in Italien. Also Zeckenzange nicht vergessen. Das zweite Problem kam erst nach zwei Tagen auf Kreta: beide Hunde wollten ihr gewohntes Futter nicht mehr fressen. Ich dachte zuerst, wegen der Wärme. Leckerlis wurden aber genommen. Wasser tranken die Hunde ausreichend. Mir fiel zufällig beim Abendessen ein Stück von einer gekochten Kartoffel herunter und beide stürzten sich darauf. Also kochte ich ihnen ein Abendessen aus Kartoffeln, Haferflocken und etwas von ihrem Trockenfutter. Haben beide verschlungen. Und das gab es dann mit gelegentlichen Abweichungen den Rest des Urlaubes. Selbst, als wir wieder zu Hause waren, wurde ihr sonstiges Futter verschmäht. Unser Hundetrainer brachte dann ein paar Probepäckchen Hundefutter mit und zum Glück entschieden sich beide für das selbe Futter. Eine Erklärung für den plötzlichen Geschmackswandel der Hunde habe ich nicht.

Sonnenbaden an Deck

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Reiseblogs.de Banner