Unsere Touren

Wellen, Palmen und Entspannung im Winter?

15. Februar 2018

Wir sind dann mal kurz weg! Zahnbürste, Badesachen und Ersatzkleidung waren in Sekunden zusammen gepackt. Den Kindern 50 Euro für Essen und Trinken in die Hand gedrückt, Hunde nochmal knuddeln und ab ins Wohnmobil und rauf auf die Autobahn Richtung Süden. Schön wärs. Aber es ging nur Richtung Heidelberg. Unser eigentliches Ziel war Weinheim. Kennt man jetzt wahrscheinlich nicht so. Außer man war schon mal im Miramar. Ein riesengroßes Erlebnisbad, mit unterschiedlichsten Rutschen, Solebädern und viele verschiedene Saunen. Auf dem Parkplatz war es proppenvoll und ich wollte schon losquengeln, dass wir niemals eine freie Lücke finden würden. Aber mein Freund schafft es sogar, das Wohnmobil auf eine smartgroße Fläche einzuparken. Im Bad verliefen sich die vielen Menschen, es war auf keinen Fall zu voll. Für Kinder ist es ein Paradies. Selbst die Kleinsten können schon im Wellenbad ordentlich Spaß haben, für die größeren sind natürlich die Rutschen das Highlight. Am liebsten hätte ich mir irgendwo ein Kind ausgeliehen und wäre durch die Röhren geschlittert. Als einziger Erwachsener unter den wilden Minimenschen wäre ich mir doch blöd vorgekommen. Uns zog es als erstes zu den Solebädern. Bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt waren wir ziemlich durchgefroren und dann in 36°C warmes Salzwasser zu gleiten ist schon ein Traum. Man kann auch nach außen schwimmen und sich die kalte Luft um die Nase wehen lassen. Besonders gespannt war ich auf die Saunen. Auf der Homepage des Bades sah das sehr vielversprechend aus. Aber die Wirklichkeit war noch besser. Es gibt im Bad selbst ein paar Saunen und dann im Außengelände die Zuckerstücke. Mein Favorit war die Heusauna. 90°C, die perfekte Temperatur um zu entspannen und ordentlich ins Schwitzen zu geraten. Dabei hat man einen guten Blick auf den anliegenden See und die dampfenden Saunierer, die versuchen, sich in dem 4°C kalten Wasser abzukühlen. In der Sauna herrschte eine muntere Stimmung. Wir staunten nicht schlecht, als eine ältere Damen direkt in den See sprang und eine Runde schwamm. Die Diskussion begann.Wer würde es sich als nächstes trauen? Da ich kurz vorm Siedepunkt war, habe ich den Schritt gewagt. Zuerst ganz zaghaft und dann einmal untertauchen. Wow…den Körper einfach mal resetten. Die ganze Haut hat gekribbelt, aber danach fühlt man sich wie neugeboren.

Nach zwei Saunagängen waren wir richtig hungrig. Im FKK Bereich kann man sehr gut in einem Restaurant essen. Ich glaube, da gab es den besten Chefsalat in ganz Süddeutschland. Dazu gegrillte Peperoni und ein großes Glas frisch gepressten Orangensaft. Zu einem tollen Preis der ganz locker in unserem Budget lag. Danach war ich quasi in einem Fresskoma. Zur nächsten Ruhehütte geschleppt und erst einmal ein Verdauungsschläfchen. Das fühlt sich an wie Urlaub. Entspannen, gutes Essen und umgeben von Palmen. Wer einfach mal einen Tag abschalten möchte und Ruhe braucht, da ist das Miramar genau das Richtige. Und wenn Du FKK Anhänger bist, dann empfehle ich Dir den Dienstag. Da kann man die komplette Anlage textilfrei genießen.

Frisch geduscht, satt und träge haben wir den Rest des Abends im Wohnmobil verbracht. Rotwein, etwas zu knabbern und noch ein bisschen lesen. Ich bin ja ein großer Fan von der Zeitschrift Crime. Berichte über wahre Verbrechen und ungewöhnliche Straftaten. Bei meiner gute Nacht Zigarette auf dem Parkplatz war dieser plötzlich fast leer. Nur fast. Vier Camper standen auch noch dort. Einer strebte gerade sein mobiles Heim an und wir kamen in ein kurzes Gespräch. Ehrlich gesagt, habe ich nur genickt und freundlich gelächelt. Denn ich habe nichts verstanden. Zuerst dachte ich, dass er mit einem starken Akzent versucht Deutsch zu sprechen, aber es war nur badisch. Da lebt man nur 100 km voneinander entfernt und versteht sich nicht.

Etwas skeptisch waren wir vor unserer ersten Nacht. Würden wir auf dem Hubbett gemütlich schlafen können? Verwöhnt daheim im Wasserbett und jetzt auf einer normalen Matratze? Vielen Dank an die Chausson Bettenabteilung. Wir haben fantastisch geschlafen. Aufgewacht und voller Tatendrang. Hatte nur einen blöden Traum. Bin schweißgebadet aufgewacht, weil ich dachte, dass wir in den Urlaub gefahren sind und Jacken, Führerschein und wichtige Tabletten zu Hause vergessen haben. Eigentlich wollten wir noch die Umgebung erkunden, aber bei Niesel-Nebel-Graupelgemisch war unsere Lust begrenzt. Und wir haben lieber die Heimreise angetreten.

Fazit: das Wohnmobil hat den ersten Test bestanden. Unabhängig von Campingplätzen können wir vor Ort übernachten. Einen Parkplatz zu finden ist mit Suche verbunden, aber möglich. Nachts muss man seine Blase nicht hinter dem nächsten Busch entleeren. Eine eigene Toilette ist schon was Feines. Weit gefahren sind wir jetzt noch nicht. Die Fahrt auf der Autobahn mit einer Reisegeschwindigkeit von 120 bis 130 km ist angenehm. LKW`s können locker überholt werden. Wir waren kurz irritiert, als es plötzlich ein flatterndes Geräusch gab. Beim Blick in den linken Seitenspiegel: die Verkleidung über dem linken Rad hatte sich gelöst und klapperte im Fahrtwind. Am nächsten Rasthof konnte das Problem schnell gelöst werden. Eine Schraube saß falsch und musste nur ins richtige Loch geschraubt werden. Werkzeugkasten hatte meine Freund natürlich dabei. Ich sollte jetzt wohl lieber nicht erwähnen, was ich alles vergessen habe und nicht unbedingt überlebenswichtig ist. Wir brauchen unbedingt eine Checkliste, was alles dabei sein muss. Mein Traum hängt mir noch etwas nach.

Unsere nächste Tour wird dann nochmal mit dem Wohnwagen sein. Von Stuttgart geht es nach Hamburg. Zum neuen Knutschkugelbesitzer. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Auf Hamburg freue ich mich wie blöde. Aber Abschied nehmen vom Wohnwagen? Da kullern bestimmt ein paar Tränchen.

  1. Hallo 🙂

    Wir selbst gehen mit unseren Kids auch wahnsinnig gerne ins Miramar. Auch wenn es nicht ganz günstig ist (zu viert ist man da gleich mal runde 60 Euro los) bekommt man doch einiges geboten.

    Dienstags ist erst ab 18 Uhr FKK 😉 Ist aber dann auch für die normalen Besucher interessant, da ab der Mittagszeit der Andrang deutlich abnimmt, weil selbst die 4 Stunden Karten sich dann nicht zwingend lohnt.

    Von der Heusauna bin ich genauso fasziniert wie Du. Ausserdem finde ich dort die Salz- und Honig-Anwendungen im Dampfbad echt klasse.

    Liebe Grüsse
    Tobi

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