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Rückblick: ein Jahr mit dem Chausson 610 SE

3. Februar 2019

Jetzt haben wir unseren Chausson 610 SE genau ein Jahr. Zeit, um mal zurück zu blicken und Bilanz zu ziehen. Gleich vorne weg: wir haben den Kauf nicht bereut. Wir sind letztes Jahr vom Miniwohnwagen zum Wohnmobil umgestiegen, da es für uns mehr Vorteile hat. Ausreichend Platz, die lästige 100 km/h Grenze fällt weg, ein vernünftiges Bad, die Hunde schlafen nicht mit uns in einem Raum und auf vielen Stellplätzen gibt es nur Möglichkeiten für Wohnmobile zum Übernachten. Die fehlende Mobilität gleichen wir mit Roller bzw. unseren Fahrrädern aus.

Warum gerade der Chausson 610 SE?

  • uns hat die Raumaufteilung gefallen
  • die Aufteilung von Dusche und Toilette
  • der große Kleiderschrank
  • die große Garage für Hunde/Fahrräder, die von drei Seiten zugängig ist
  • moderne Ausstattung ( wir sind noch nicht im Rentenalter mit braun/beige und Karos mit Antikoptik)

Wir hatten ihn auf der Messe gesehen und ein paar Tage später war der Kaufvertrag unterschrieben. Und sind gleich das erste Wochenende weg gefahren. Im Schneeregen ging es in die Therme Weinheim. Seitdem sind wir knapp 20 000 km gefahren. Wir waren an der Nodsee und Ostsee, Mecklenburg/Vorpommern, Niedersachsen, Bayern, Frankreich, Holland, Österreich, Italien, Griechenland, auf Sardinien und Kreta. Und seit letztem Sommer wohnt mein Freund in dem Wohnmobil auf Montage. Man kann also sagen: es wird optimal genutzt. Aber, jeder Hausbesitzer wird mir zustimmen, man möchte immer etwas verändern, optimieren und verschönern.

Was haben wir am Chausson machen lassen?

  • Schiebefenster in der Garage, damit die Hunde Frischluft bekommen
  • Lüfter in der Garage bei Hitze für die Hunde
  • das Originalradio war eine Katastrophe: neues Radio und Zusatzlautsprecher
  • andere Felgen (ist so`n Männerding. Mir ist das Wuppe.)
  • Anhängerkupplung für Rollerplattform (ist so`n Frauending: mit Sommerkleidchen auf der Vespa düsen)
  • Satanlage, Fernseher
  • Befestigungssystem für Fahrräder in der Garage
  • Angepasste Hundebox
  • Saugnäpfe für die Markisenleisten, da der Erdboden nicht immer für Heringe geeignet ist.
  • Für die Stabilität Kurbelstützen

Ich denke es wird noch einiges hinzukommen. Auf jeder Fahrt entdeckt man etwas Neues, was stört. Und da sind wir auch gleich beim Quengeln. Was gefällt uns nicht an unserem Chausson?

  • die Verarbeitung der Schränke ist etwas schwach (jeder Schreiner schlägt da die Hände über dem Kopf zusammen)
  • im Bad gibt es keine Silikonfugen
  • die Rückfahrkamera über dem Bremslicht zu positionieren ist auch nur suboptimal
  • eine Einstiegsstufe wäre schön
  • der Kleiderschrank ist zwar groß, aber da es keine Schubladen oder Boxen gibt, fliegt irgendwie alles durch die Gegend.
  • Der Abwasserschieber sitzt direkt hinter dem Hinterrad, wodurch man immer dreckige Finger durchs Spritzwasser bekommt
  • Das Abwasserrohr sitzt zu tief, man sitzt auf und es kann dann abreissen

Was uns total überrascht hat? Der Ad blue Verbrauch. Auf 100 km brauchen wir circa 0,5-1l. Okay ich muss zugeben, dass wir die Höchstgeschwindigkeit von 150 km/h auch ausnutzen. Probleme zum Nachtanken hatten wir nie. Sogar auf Kreta gab es im kleinsten Kaff an der Tankstelle Ad blue im Kanister. Somit haben wir auch einen sportlichen Verbrauch von 9,5-15l/km Diesel.

In diesem einem Jahr konnten wir viele Erfahrungen mit dem Chausson sammeln. Wir haben einige interssante Menschen kennen gelernt. Und hatten ordentlich zu lachen. Manche Situationen waren auch nicht so schön: ein Überholmanöver eines PKW`s endete mit einem kaputten Seitenspiegel seinerseits und viel italienischem Temperament des Fahrers. Mitarbeiter der Forstgemeinde haben uns dann aus dem Dilemma raus geholt. Auf Sardinien haben wir uns mal so verfahren, dass der Feldweg nicht mal so breit war wie das Wohnmobil. Seitdem hat der Chausson ein paar Streifspuren von Bäumen auf der rechten Seite. In Italien haben wir auch gelernt, dass die Reichweitenanzeige des Tanks sehr genau ist. Wir wären wirklich fast stehen geblieben und bei einem Fassungsvermögen von 65l gingen auch 65 l rein. Es war echt knapp. Die letzten Meter zur Tankstelle saß ich sehr verkrampft auf meinem Sitz und habe gehofft, dass die Tankstelle noch existiert, die Google mir angezeigt hat. Und auch wieder in Italien: nach einer erfolgreichen Erste Hilfe Maßnahme (Reanimation) wurde unser Wohnmobil noch etwas medizinischer aufgestockt. Ein Ambubeutel ist jetzt immer dabei.

Die häufigsten Fragen, die uns gestellt wurden:

1) Seid Ihr zufrieden mit dem Hubbett?

  • Der Deutsche legt wohl viel Wert auf seinen Schlaf und wir können nur sagen: wir schlafen sehr gut. Sind aber auch abends meistens so platt, dass wir auch auf dem nächsten Stein einschlafen würden.

2) Wie habt Ihr Euer Fahrzeug gegen Diebstahl geschützt?

  • Klare Antwort: Der Magier verrät auch nicht seine besten Tricks. (Bei einer fünfseitigen Begründung, warum wir Euch vertrauen können, geben wir die Insidertipps gerne an Euch weiter.)

3) Habt Ihr keine Angst vor Überfällen?

  • Laut Google sind die drei gefährlichsten Städte Caracas (Venezuela), San Pedro Sula (Honduras) und San Salvador (El Salvador). Also meiden wir diese Städte auf unseren Touren. Und die Angst vor Narkosegas hat uns ein Anästhesist genommen. Den Beitrag könnt Ihr hier lesen.

4) Gewichtsprobleme: Einhalten der 3,5 Tonnen?

  • Ganz klar, dass man an Gewicht sparen muss. Wir fangen da bei den Hunden an. Vier Wochen vor Reiseantritt gibt es nur noch die Hälfte an Futter. Lebensmittelvorräte gibt es so gut wie gar nicht. Im Urlaub möchten wir das regionale Essen genießen und nicht die Nudeln aus dem Sonderangebot unseres heimischen Supermarktes. Kleidung gibt es drei Kategorien: warm, kalt und nass. Für je zwei Tage. Dann wird einfach gewaschen. Auf dem Campingplatz in der Waschmaschine oder per Hand. Genauso mit Geschirr. Wir brauchen kein sechszehnteiliges Service. Zwei Personen, zwei Gläser, zwei Teller, Besteck und Kochgeschirr.

5) Vermisst Ihr nicht das Fliegen in weite Länder?

  • Nö, denn da haben sich zwei Flugzeugmuffel gefunden. Wir fliegen nicht gerne und haben uns bewusst für zwei Hunde entschieden. Europa bietet uns ausreichend Reiseziele.

6) Warum werdet wir keine Aussteiger und reist das ganze Jahr?

  • Klingt langweilig, ist aber wahr. Wir lieben unsere Arbeit. Unsere Jobs sind unser Leben. Ich arbeite als Krankenschwester und bin mit Herzblut dabei. Mein Lebensgefährte betreut große Baustellen. Erfolg, Fortschritt und das Arbeiten im Team gefällt uns. Die Auszeiten mit dem Wohnmobil geben uns Kraft für neue Herausforderungen.

Jetzt starten wir in das zweite Jahr und freuen uns auf viele kleine und große Abentreuer. Habt Ihr Reisetipps, was wir unbedingt gesehen haben sollten? Gerne verlinkt doch Eure Erlebnisse mit einem Chausson in den Beiträgen.

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